Das Projekt

Projektbeschreibung – „Friedenstunnel – Bremen setzt ein Zeichen“

Die Idee zum “Friedenstunnel Bremen” entstand als spontane Reaktion der Künstlerin Regina Heygster auf die Terroranschläge vom 11. September 2001. Sie kontaktierte Bremer Vertreter verschiedener Weltreligionen, um gemeinsam ein Friedenszeichen im öffentlichen Raum zu setzen: die künstlerische Umgestaltung des dunklen und viel befahrenen Remberti-Tunnels in den “Friedenstunnel Bremen”.

 Friedenstunnel - wie er mal wird

Der Friedenstunnel ist bundesweit einmalig

Der Friedenstunnel wird in Bremen und über Bremen hinaus für Frieden und Verständigung werben. Er steht für die Weltoffenheit unserer Stadt und symbolisiert das gute und friedliche Miteinander der Kulturen und Religionen in Bremen. Aktuell vor dem Hintergrund von Flüchtlingsströmen und der Konfrontation mit fremden Kulturen ist die Arbeit am Friedenstunnel ebenso eine politische Dimension.

„Bremen ist bunt“, heißt es seit kurzem, und wir leisten mit dem Friedenstunnel einen sichtbaren Beitrag dazu.

Unser Projekt gliedert sich in zwei Bereiche:

  • Umgestaltung des Remberti-Tunnels in den Friedenstunnel Bremens – Ein öffentliches Zeichen des friedlichen Zusammenlebens
  • Veranstaltungen, die Toleranz und Verständigung von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen fördern.

1. Umgestaltung des Remberi-Tunnels in den Friedenstunnel Bremen

Bisherige Erfolge

Die künstlerische Umgestaltung des Tunnels konnte schon große Erfolge verzeichnen. Beide Frontseiten – sowie seit September 2015 auch das Innengewölbe des Friedenstunnels – sind fertig gestellt. Die Kunst am Tunnel  zeichnet sich sowohl durch ihre symbolische Bedeutung aus, als auch durch ihre großformatigen Mosaikreliefs. Die Tunnelseite zum  Stern hin wird von  zwei 3,20 m hohen Mosaik-Friedensbäumen, einer Eiche und einer Palme, eingerahmt. Diese Mosaikbäume  stehen für die unterschiedlichen Kulturen der Welt und haben mittlerweile viele Freunde weit über Bremen hinaus gefunden.

Das Wahrzeichen des Friedenstunnels, die Friedenstaube, die den Bremer Schlüssel im Schnabel trägt, prangt im Jugendstilfries der Frontseite zum Stern hin. Das Lebensbaum-Lotus-Mosaik  ist das Pendant zum Taube-Schlüssel-Emblem und schmückt die andere Tunnelfront, auf der in einem Bogenrund der Spruch „Verstehen ist das Tor zur Verständigung – Verständigung ist das Tor zum Verstehen“ die Botschaft des Friedenstunnel-Projekts vermittelt.

Seit September 2015 ist der Friedenstunnel auch im Innenbereich künstlerisch umgestaltet.

Vorab wurde er saniert, trocken gelegt, gesäubert und frisch gestrichen. Anschließend ist er – seinem Namen entsprechend – künstlerisch mit Friedenskunst versehen worden:

Ein 100m langes Friedensmosaik verbindet in 135 Sprachen über das Wort Frieden die Menschen, die aus den verschiedenen Ländern in unserer Stadt Bremen leben.

82 künstlerisch gestaltete Texttafeln mit Texten begleiten den Tunnelpassanten durch Weisheits- und Friedenstexte aus den verschiedenen Kulturen und Religionen.

Der frisch gestrichene Gewölbehimmel stellt durch eine LED-Licht-Installation ein Himmelsgewölbe dar.

Die Kunst am Friedenstunnel ist etwas Besonderes:

Nicht nur über Frieden reden, sondern ihn in einem Bauwerk öffentlich gemeinschaftlich zum Ausdruck bringen, das wirbt weit über Bremens Grenzen hinaus für Frieden und Verständigung.

Der Friedenstunnel wird durch die inhaltliche Arbeit des Vereins mit Leben gefüllt:

2. Veranstaltungen, die Toleranz und Verständigung von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen fördern.

Neben der baulichen Umgestaltung des Friedenstunnels entwickelte sich parallel die Inhaltsarbeit. Deren Ziel ist ein vertieftes Verstehen der Religionen und unterschiedlichen Kulturen, die sich in unserer Stadt begegnen.

  • „Frieden fängt klein an“

ist unser eigens für den Friedenstunnel entwickeltes Schulprojekt, das Bürgermeister Böhrnsen unterstützt und begrüßt. Mit dem Projekt „Frieden fängt klein an“ konnten wir seit 8 Jahren über 4000 Schüler aller Altersstufen, zahlreiche Kindergartenkinder, geistig behinderte Menschen aller Bremer Tagesförderstätten sowie viele Flüchtlingskinder und -Jugendliche  erreichen und sie zu einer eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema „wie gestalte ich Frieden“ bewegen.

  • „Frieden konkret“

sind Podiumsdiskussionen der ReligionsvertreterInnen unseres  Vereins zu Themen der Zeit, jedes Mal im Bremer Rathaus, begrüßt von Bürgermeister Böhrnsen

Zahlreiche weitere Veranstaltungs-Angebote, die Toleranz und gegenseitige Verständigung fördern, u.a.:

  • die Informationsreihe „Religionen laden ein“
  • Beiträge und Diskussionen zur Woche der seelischen Gesundheit und Woche der Integration
  • die erste Bremer Friedens-Bustour zu den Häusern der verschiedenen Gemeinschaften
  • der erste Friedenstunnel-Lauf mit dem Extremsportler Enim da Silva
  • Podiumsdiskussionen im Fachbereich Psychologie der Universität Bremen

Würdigung unserer Arbeit

Eine besondere Würdigung unserer Arbeit fanden wir in der wissenschaftlichen Untersuchung und Studie  der Universität Bremen Institut für Religionsgemeinschaft und Religionspädagogik  „Interreligiöse und interkulturelle Dialoge mit Muslim/innen in Deutschland“ (www.dialogos-projekt.de).

Unser Projekt wurde bisher schon dreimal für den Deutschen Engagementpreis vorgeschlagen und gewürdigt.

Auch Bundespräsident Gauck hat für den Friedenstunnel lobende Anerkennung ausgesprochen.

Unser Verwaltungsaufwand ist minimal. Alle Mitarbeiter arbeiten unentgeltlich und ehrenamtlich. Hervorheben möchten wir, dass ebenfalls die künstlerische Arbeit unentgeltlich geschieht.

Ausblick

Der Friedenstunnel wird nach erfolgreicher Umgestaltung ein neues Wahrzeichen unserer Stadt und  weit über die Landesgrenzen hinaus  für  Frieden und Verständigung stehen. Vor allem wird er sich künftig als Bildungsort dauerhaft für Unterrichtseinheiten mit Schülern aller Altersstufen anbieten.

Die inhaltliche Arbeit des Vereins „Friedenstunnel – Bremen setzt ein Zeichen“ wird auch nach erfolgreicher Fertigstellung des Friedenstunnels unbegrenzt fortgeführt.

aktualisiert im November 2015